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22.04.2010
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Die Idee

Vor gut 40 Jahren war der Bau der Heilig-Geist-Kirche eine Provokation und ein Anstoss, gewohnte Denk- und Glaubensrichtungen zu hinterfragen.
Mit dem Projekt “veni! Jugendkirche Heilig Geist” wollten wir im Jubiläumsjahr 2006 wiederum neue Wege von Gottesdienst und Kirchenbau eröffnen und eine Brücke zwischen Kirche und Jugend schlagen.

Zwei Wochen lang wurde die Heilig-Geist-Kirche umgestaltet und so zu einem Veranstaltungsort für jugendliche Liturgie, zu einem Ort für Begegnung untereinander und mit Gott. Kurz vor der Fußball-WM wurden Gott und die, die mitgemacht haben, ins Spiel gebracht - Fußball-Flair im Kirchenraum. Einzelheiten zur Aktion 2006 gibt es über den Button “2006”.

Der große Erfolg der Aktion hat deutlich gemacht, dass der Brückenschlag gelungen ist: “veni! - Jugendkirche Heilig-Geist” ist eine feste Einrichtung geworden!

Dabei ist es ein ganz wichtiges Anliegen, dass die Jugendkirche eine Aktion von Jugendlichen für Jugendliche ist. Ein Team von derzeit etwa 15 Jugendlichen ist maßgeblich an der Gestaltung der Aktion beteiligt.

veni!gstens hin und wieder mal zur Kirche gehen

„veni!“ - Die zeitlich befristete Jugendkirche

Als im Jahr 2006 das 40jährige Kirchweihjubiläum der Heilig-Geist-Kirche in Emmerich anstand, kam die Frage auf: „Wird auch in 10 Jahren ein Kirchweihfest in Heilig-Geist gefeiert?“ Die Antwort auf diese Frage kennt niemand, aber es war schnell klar, dass die Kirche (und nicht allein das Gebäude mit dem berühmten Schrottkreuz) nur dann eine Zukunft hat, wenn es gelingt, junge Menschen verstärkt an Kirche heranzuführen.

Jan Kröger, damals Diplom-Theologe im Gemeindejahr, und Pastoralreferent Michael Beermann ließen sich von den verschiedensten Jugendkirchen (Tabgha, effata…) inspirieren und beschlossen, zum Jubiläum der Heilig-Geist-Kirche ein zeitlich befristetes Jugendkirchen-Projekt zu initiieren.

Tatsächlich war die Zeit reif für den Versuch, einen neuen jugendliturgischen Ansatz in Emmerich zu starten. Zum Zeitpunkt der ersten Überlegungen im November 2005 feierte die Kirchengemeinde St. Christophorus ihren ersten Geburtstag und die Fusion der ehemals vier Gemeinden war allmählich in den Köpfen der Gemeindemitglieder vollzogen worden. Nun galt es, auch auf Ebene der Jugendpastoral konkrete Schritte der Zusammenarbeit zu gehen. Das Projekt „veni!-Jugendkirche Heilig-Geist“ sollte ein solcher Schritt sein. 20 interessierte Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahre – vor allem Messdiener und Firmbewerber – aus allen vier Pfarrbezirken und darüber hinaus bildeten ein Vorbereitungsteam, das im Vorfeld der Aktion Motto, Kirchengestaltung und Programmpunkte plante. Sie machten und machen somit „veni!“ zu ihrer Kirche.

Im Mai 2006 wurde dann für zwei Wochen die Kirche zur Jugendkirche gestaltet: die Bänke kamen raus, Teppich wurde verlegt und diverse Dekorations-Elemente sowie eine Lichtanlage aufgebaut. Unter dem Motto „Damit Gott ins Spiel kommt“ wurde ein buntes Programm von Gottesdiensten und anderen Aktionen wie einer Kinonacht, einem Rockkonzert und einer Party auf die Beine gestellt.

Der Name des Projekts „veni!“ sollte nicht nur den Bezug zum Patrozinium der Kirche verdeutlichen, sondern indirekt natürlich auch für die Jugendlichen gelten: „Kommt!“ Und: Sie kamen! Nicht in den Riesenmassen, aber doch reichlich. Und nicht nur Jugendliche kamen, sondern Menschen aller Altersgruppen. Die „End-Zwanziger“ bis „Anfang-Fünfziger“ entdeckten eine Kirche, die auch für sie ansprechender war als die „normale“ und auch die älteren Besucher – anfangs aus Neugierde mit Skepsis gemischt gekommen – machten die Erfahrung, dass eine andere Form einen neuen Zugang zum eigentlich doch gleichen Inhalt ermöglicht.

Manche Sorgen konnten schnell beseitigt werden: „Wird in der Kirche Fußball gespielt?!“ Die Kirche hatte sich passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in ein Spielfeld verwandelt, aber der Ball, der auf dem Anstoßpunkt im Mittelkreis lag, wurde nicht ein einziges Mal weggekickt. Manch andere Frage muss ausgehalten werden: „Warum kommen die Jugendlichen denn sonst nicht zur Messe?“ Die Jugendkirche „ veni!“ versteht sich nicht als Lockangebot für den regulären Sonntagsgottesdienst. Insgesamt war und ist die Akzeptanz in der Gemeinde aber noch größer, als im Vorfeld erhofft worden war. Selbst an der Hollywood-Schaukel, die aus Platzmangel auch nach der 2008er-Aktion noch in der Kirche verblieben ist, stören sich nur wenige, manche nennen sie gar „Seelen-Schaukel“…

Nach dem Pilot-Projekt 2006 war ganz schnell klar, dass es keine Eintagsfliege bleiben würde. Pfarrgemeinderat, Seelsorgeteam und vor allem die beteiligten Jugendlichen wollten „veni!“ am Leben halten und so ist die Jugendkirche auf Zeit inzwischen in jedem Jahr einmal gelaufen. Zudem haben sich seit einem Jahr monatliche Jugendgottesdienste in der Heilig-Geist-Kirche etabliert. Extra dafür wurden 80 neue Stühle angeschafft und ein Teil der alten Bänke ausgeräumt, um eine flexible Sitzanordnung ermöglichen zu können.

Was bringt das Ganze? Eine einfache Antwort darauf gibt es natürlich nicht. Der Aufwand ist enorm. Trotz diverser Spenden und einem Jugendpreis der Stadt Emmerich steckt die Kirchengemeinde jedes Jahr einige hundert Euro in das Projekt. Die zeitliche Beanspruchung für die beteiligten Hauptamtlichen ist ebenfalls beträchtlich. Der „Ertrag“ besteht eher nicht in der Tatsache, neue Jugendliche zur Mitarbeit gewinnen zu können. Die Aktiven sind größtenteils auch über „veni!“ hinaus aktiv. Was zählt ist die Erfahrung, die alle machen, die – ob sporadisch oder immer wieder – kommen: Kirche ist bunt und vielfältig, in Kirche passiert etwas, in Kirche kann ich meinen Platz finden - vielleicht nicht immer, vielleicht sogar viel zu selten, aber immerhin ab und an. Und so lädt „veni!-Jugendkirche Heilig-Geist“ dazu ein, „veni!gstens hin und wieder mal zur Kirche gehen“.

Übrigens: „veni!-Volume IV“ läuft vom 14. – 29. März 2009.

Mehr Infos unter www.jugendkirche-veni.com

Ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Unsere Seelsorge“ des Bistums Münster.

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